Über die Zukunft unserer Altersvorsorge mitentscheiden

Sven Koller
Sven Koller

Dank der SP wurde 1948 eine Alters- und Hinterbliebenenversicherung eingeführt. In den vergangenen 20 Jahren konnte jedoch keine einzige Überarbeitung eine Mehrheit finden, um die AHV den gesellschaftlichen Veränderungen anzupassen. Am 24. September stimmen wir nun über eine vom Parlament nach langem, zähen Ringen verabschiedete Reformvorlage ab.

 

Das System der schweizerischen Altersvorsorge sieht sich mit grossen Herausforderungen konfrontiert, darunter die steigende Lebenserwartung, die Überalterung der Bevölkerung und die niedrigen Zinsen. Diese Herausforderungen gefährden die finanzielle Stabilität sowohl der Ersten (AHV) wie auch der Zweiten Säule (BVG) und machen eine Überarbeitung zwingend notwendig.

Die Reform der Altersvorsorge sieht unter anderem folgende Änderungen vor:

  • erstmals werden die Erste und die Zweite Säule gemeinsam betrachtet;
  • das Rentenalter der Frauen wird von 64 auf 65 Jahre erhöht und so dem Rentenalter der Männer angeglichen;
  • die jährliche Rente wird um 840 Franken erhöht;
  • neu ist eine flexible Pensionierung – mit Bezug einer Teilrente – zwischen 62 und 70 Jahren möglich;
  • die AHV-Lohnabzüge werden um 0.3% erhöht und je zur Hälfte vom Arbeitnehmer und vom Arbeitgeber übernommen;
  • neu kommen 0.6 statt wie bisher 0.3 Mehrwertsteuerprozente der AHV zugute. Im Jahr 2021 wird die Mehrwertsteuer von 8.0 auf 8.3% erhöht;
  • in der 2. Säule wird der Umwandlungssatz (Prozentsatz des angesparten Kapitals, das jährlich als Rente ausbezahlt wird) von 6.8 auf 6.0 Prozent gesenkt.

 

Die SP-Urabstimmung ergibt 90% Zustimmung

Die AHV Reform ist ein gutschweizerischer Kompromiss, bei dem auch die SP einige Kröten schlucken musste, wie das höhere Rentenalter für Frauen und die Senkung des Umwandlungssatzes. Trotzdem haben die Delegierten der SP Schweiz der Reform klar zugestimmt. Als Partei, bei der die direkte Demokratie hochgehalten wird, wurden zudem alle Mitglieder in einer Urabstimmung über die Abstimmungsempfehlung der SP Schweiz befragt. Sie haben mit 90% Zustimmung die Marchrichtung klar bestätigt.